Was ist ein Plasmozytom?

Plasmozytom oder auch Multiples Myelom genannt, ist eine sehr seltene Form von Krebs, führt aber zu den meisten Todesopfern im Bereich von Knochen- und Knochenmarkkrebs. Der Name leitet sich von dem Begriff Multipel und Myelom, also den Zellen des Knochenmarks ab.

Beim Plasmozytom entarten die Plasmazellen, die normalerweise für die Antikörperproduktion zuständig sind

Beim Plasmozytom entarten die Plasmazellen, die normalerweise für die Antikörperproduktion zuständig sind

Bei dieser Art von Knochenkrebs beginnen die Plasmazellen, die eigentlich für die Produktion von Antikörpern zuständig wäre, zu entarten und produzieren funktionsunfähige Antikörper. Gleichzeitig überwuchern die entarteten Zellen die gesunden und zerstören damit das Knochenmark, welches für die Bildung von Blutkörperchen wichtig ist.

Ursachen

Die genauen Ursachen von Plasmozytom sind bis heute nicht bekannt. Im Gegensatz zu anderen Formen von Knochemarkkrebs scheint es bei dieser Erkrankung keine Zusammenhänge mit dem Gesundheitszustand oder möglichen Immunschwächesymptomen zu geben. Umweltgifte, sowie Strahlung scheinen die Krankheit aber zu zu begünstigen. Darüber hinaus gibt es offenbar eine erblich bedingte Anfälligkeit für Plasmozytom.

Symptome

Plasmozytom verläuft in mehreren Stufen. Bis heute konnte man 3 Stadien unterscheiden. Nach ihnen richten sich auf die Auswirkungen der Krankheit. Gerade in der ersten Phase ist die Diagnose Plasmozytom noch sehr schwer, da die Symptome sehr unregelmäßig sind und keine genauen Erkennungsmerkmale haben. Üblicherweise gehört zu ihnen:

  • Müdigkeit und Mattigkeit
  • Nachtschweiß
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Gewichtsverlust
  • Schmerzen, meist im Bereich der Wirbelsäule

Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto exakter werden auch die Symptome.

  • Nachlassen des Immunsystems
  • Störungen der Nierenfunktion
  • Blutarmut
  • Kalzium im Blut (das aus den Knochen geschwemmt wurde)

Therapie

Die Vorgehensweise gegen Plasmozytom hängt vom Stadium der Krankheit ab. Im ersten Stadium gibt es noch keine Symptome. Eine Chemotherapie würde hier nur das Leben des Betroffenen unnötig erschweren. Daher beschränken sich Ärzte zu dieser Zeit auf regelmäßige Kontrollen. Da die Krankheit sich nur langsam entwickelt, kann diese Phase Jahre andauern.
Mit Eintreten der ersten Symptome beginnt die zweite Phase. Nun wird mit Chemotherapie gearbeitet. Je nach Ausbreitung allein oder als hochdosierte Chemotherapie mit anschließender Knochenmarkspende. Thalidomid, Bortezomib und Lenalidomid sind Substanzen, die seit längerem im Bereich der Tumorbekämpfung eingesetzt, aber erst seit einiger Zeit auch bei Plasmozytom Anwendung finden.
Auch die Strahlentherapie wird angewandt. Sie kann aber nur gegen örtliche Herde der Tumore gerichtet werden und ist daher nur begrenzt nutzbar.

Diagnostik und Prognose von Plasmozytom

Definition des Begriffes

Das Plasmozytom wird auch multiples Myelom oder auch Morbus Khaler genannt und ist die Bezeichnung für eine Tumorerkrankung, welche vom knochenmark ausgeht. Die Erkrankung entsteht aus lymphatischem Gewebe, denoch sind die Urachen hierfür unklar. Als wahrscheinlich gelten jedoch erbliche Faktoren.

Diagnose von Plasmozytom

Die Diagnose eines Plasmozytom erfolgt meist rein zufällig, da es in den frühen Stadien des Krebses kaum zu Beschwerden kommt. Zu den Merkmalen zählen eine stark erfolgende Blutsenkungsgeschwindigkeit, der sogenannten Anämie und häufig auftretende Infekte. Doch oft dauert es einige Zeit, bis sich ein multiples Myelom deutlich bemerkbar macht.

Den Anfang bilden Symptome wie:

  • häufige Müdigkeit
  • leicht erhöhte Körpertemperatur
  • Nachtschweiß
  • stetiger Gewichtsverlust

Für die Diagnose der Erkrankung werden meist Röntgenuntersuchungen, Knochenmarkbiopsie und Blut- sowie Urinuntersuchungen am Patienten durchgeführt.

Dabei führen folgende Nachweise zur Diagnose:

  • zehn Prozent Plasmazellen aus Knochenmarkausstrich
  • Plasmazellinfiltrate
  • Antikörper in Blut und Urin
  • osteolytische Herde im Knochen
  • Knochenschwund
  • vermehrung der Plasmazellen im Knochenmark

Treffen zwei dieser Nachweise zu, so lautet die Diagnose Plasmozytom.

Prognose der Erkrankung

Die Erkrankung ist bisher in der Regel nicht heilbar. Doch in den letzten Jahren ist es gelungen, das Voranschreiten der Erkrankung immer besser aufzuhalten. Denoch wird zurzeit an noch effektiveren Behandlungsmöglichkeiten gearbeitet, um eines Tages eine vollständige Heilung des Plasmozytom zu erzielen. Ein Ansatz hierfür ist die Anwendung von Antikörpertherapien in Kombination mit den bestehenden Behandlungsmöglichkeiten. Eine weitere Maßnahme stellt die Suche nach dem Auslöser der Erkrankung dar, um damit eine Vorsorge zu ermöglichen.

Des Weiteren ist die Prognose vor allem abhängig vom Alter des Betroffenen sowie dessen Gesundheitszustand. So kann es zu Abweichungen der Lebenserwartung von einigen Monaten bishin zu vielen Jahren kommen. Eine Veränderung des 13 Chromosoms ist hierbei von Vorteil und auch die Teilungsrate er Plasmoztyom-Zellen bildet einen wichtigen Faktor.

Meist dauert die Erkrankung zwei bis fünf Jahre an. Erst danach wird die Endphase des Plasmozytoms eingeleitet. Patienten, die älter als 60 Jahre sind sterben jedoch meist nicht an der Erkrankung sondern durch eine Zweiterkrankung, wie zum Beispiel einem Herzinfarkt.

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